Patientenverfügung

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Die Patientenverfügung ist ein Instrument der Selbstbestimmung. Eine urteilsfähige Person kann darin festhalten, welchen medizinischen Massnahmen sie im Fall einer künftigen Urteilsunfähigkeit grundsätzlich zustimmt oder nicht zustimmt. Der Prozess der Beratung zur Patientenverfügung oder zu anderen medizinischen Vorsorgedokumenten wird auch als Advance Care Planning (ACP) bezeichnet.

Das revidierte Erwachsenenschutzgesetz regelt die Patientenverfügung seit 2013 gesamtschweizerisch. Die Richtlinien der SAMW stellen die Inhalte einer Patientenverfügung dar und zeigen, welche Punkte beim Verfassen und bei der Umsetzung beachtet werden sollten.

 

Vorlagen für Patientenverfügungen und Beratungsangebote

Für das Verfassen von Patientenverfügungen steht eine Vielzahl von Vorlagen zur Verfügung. Im Oktober 2022 erschienen die neu erstellten Kurz- und Langfassungen der Patientenverfügung der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH. Neben Hausärztinnen und Hausärzten bieten verschiedene nationale Organisationen Beratungsgespräche an, z. B. das Schweizerische Rote Kreuz, Pro Senectute oder SPO Patientenorganisation. Zudem gibt es zahlreiche regionale Beratungsstellen wie GGG Voluntas oder Dialog Ethik.

 

Die SAMW selber bietet keine Beratungsgespräche an.

 

 

Advance Care Planning (ACP)

Die Patientenverfügung als Instrument der Willensäusserung ist eingebettet in das Konzept der gesundheitlichen Vorausplanung, engl. Advance Care Planning (ACP). Eine umfassende gesundheitliche Vorausplanung bildet die Grundlage für das Ergreifen oder Unterlassen von medizinischen Massnahmen in Situationen plötzlicher, länger andauernder oder auch dauerhafter Urteilsunfähigkeit. ACP fokussiert nicht isoliert auf das Lebensende, sondern auch auf Situationen längerer Urteilsunfähigkeit, für die im Voraus Wertvorstellungen, Therapieziele und Massnahmen festgehalten werden können. Umfassende Informationen und Beratung bieten palliative ch oder die Krebsliga an.

 

 

Nationale Arbeitsgruppe

Zur Förderung und Verbesserung der gesundheitlichen Vorausplanung gibt es in der Schweiz Handlungsbedarf in verschiedenen Bereichen, etwa bezüglich der Instrumente wie Patientenverfügungen, aber auch in der Beratung oder Finanzierung. Im Jahr 2021 haben das BAG und die SAMW im Auftrag des Bundesrates eine ständige Arbeitsgruppe «Gesundheitliche Vorausplanung» eingesetzt, um die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen und national einheitliche Standards zu erarbeiten. Mehr Informationen.

 

 

Fallbeispiel

Das folgende Anwendungsbeispiel erschien in der Zeitschrift Primary and Hospital Care in einer losen Serie, die den Inhalt ausgewählter Richtlinien vorstellt. Anhand praktischer Beispiele aus dem medizinischen Alltag werden die Leserinnen und Leser an die Themen herangeführt. Teil 1 dieser Serie ist den Patientenverfügungen gewidmet.

 

Alle bisher veröffentlichten Fallbeispiele zu medizin-ethischen Richtlinien wie Demenz, Palliative Care oder Zwangsmassnahmen finden Sie hier.

 

 

 

KONTAKT

lic. theol., Dipl.-Biol. Sibylle Ackermann
Leiterin Ressort Ethik
Tel. +41 31 306 92 73