Bundesgesetz über die Gesundheit

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In den Positionspapieren zur nachhaltigen Entwicklung des Gesundheitssystems (2019) und zur umweltbewussten Gesundheitsversorgung (2022) ruft die SAMW zu Reformen auf und schlägt u. a. die Erarbeitung eines Bundesgesetzes über die Gesundheit vor. In der Folge wurde Unisanté Lausanne beauftragt, die Steuerung des Gesundheitssystems und die Relevanz eines Bundesgesetzes über die Gesundheit wissenschaftlich zu beleuchten. Zu dieser 2024 veröffentlichten Analyse hat die SAMW eine Stellungnahme publiziert und die Bedeutung eines Gesetzes erneut unterstrichen. Auf diesen Grundlagen sind zahlreiche weitere Arbeiten und Initiativen entstanden.

Die Diskussion über ein Bundesgesetz über die Gesundheit und eine entsprechende Verankerung in der Bundesverfassung hat in den vergangenen Jahren an Breite gewonnen. Wissenschaftliche Analysen, politische Stellungnahmen und Veranstaltungen greifen zentrale Anliegen auf, die die SAMW in ihrer Stellungnahme «Für ein Bundesgesetz über die Gesundheit» formuliert hat.

 

Stellungnahme der SAMW

In ihrer Stellungnahme (2024) betrachtet die SAMW Gesundheit als ganzheitliches Konzept im Sinne von «One Health» an der Schnittstelle von Mensch, Tier und Umwelt. Sie fordert deshalb Bestrebungen nach «Gesundheit in allen Politikbereichen» («Health in all Policies») und geeignete politische Strukturen. Sie spricht sich für die Idee eines Bundesgesetzes über die Gesundheit aus und formuliert den Entwurf für einen Artikel zur Gesundheit für die Bundesverfassung.

 

Wissenschatliche Grundlagen

Analyse von Unisanté

Der Bericht «Analyse der Steuerung des Schweizer Gesundheitssystems und Vorschlag eines Bundesgesetzes über die Gesundheit» wurde 2024 von Unisanté veröffentlicht. Er weist darauf hin, dass das Schweizer Gesundheitssystem auf Bundesebene hauptsächlich über das Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) gesteuert wird und dass eine umfassende Gesundheitspolitik weit darüber hinausgehen sollte. Zudem beschreibt der Bericht ein zwar leistungsstarkes, aber schlecht an die künftigen Herausforderungen angepasstes Gesundheitssystem. Gründe sind eine fragmentierte Sicht der Gesundheit, eine zu komplexe Steuerung und verflochtene Verantwortlichkeiten.

 

Prof. Stéfanie Monod präsentiert die Ergebnisse ihres Berichts in einem Video, das auf dem Youtube-Kanal von Unisanté zu finden ist. Video anschauen (auf Französisch).

 

 

Denkanstösse auf Basis des Meikirch-Modells

Das 2026 von Careum veröffentlichte Working Paper «Das Schweizer Gesundheitssystem neu ausrichten: Denkanstösse auf Basis des Meikirch-Modells» formuliert Handlungsfelder und Empfehlungen für die verschiedenen Akteure des Gesundheitssystems auf der Grundlage des Meikirch-Modells. Es ruft insbesondere die Bevölkerung und die politischen Parteien dazu auf, eine Volksinitiative zur Aufnahme des von der SAMW in ihrer Stellungnahme von 2024 vorgeschlagenen Verfassungsartikels in die Bundesverfassung zu lancieren.

 

Politik und öffentliche Debatte

Resolution der SP60+

Die SP60+, eine Organisation der SP Schweiz, verabschiedete an ihrer Mitgliederversammlung im Juni 2026 die Resolution «Das Gesundheitssystem ist Service public». Drei der vier Kernforderungen dieser Resolution (siehe PDF S. 2) stehen im Einklang mit dem Vorschlag der SAMW, die Gesundheit in der Bundesverfassung zu verankern und ihr in Gesellschaft und Politik einen höheren Stellenwert einzuräumen.

 

Zur Medienmitteilung

Bevölkerungsrat 2025

Der Bevölkerungsrat hat über Reformvorschläge im Gesundheitswesen abgestimmt und am 15. April 2025 die Ergebnisse vorgestellt: Die Einführung eines Bundesgesetzes über die Gesundheit gehört zu den sechs von zehn ausgewählten Vorschlägen. Das Ergebnis gibt einen Einblick, welche Reformen ein informierter Querschnitt der Bevölkerung als besonders dringlich erachtet, um die Gesundheitsförderung und Prävention in der Schweiz zu stärken und die Gesundheitskosten langfristig zu reduzieren.

 

Mehr Informationen zum Bevölkerungsrat 2025

Institutionen, die ein Bundesgesetz über die Gesundheit befürworten

Die folgenden Institutionen haben sich via Webseite, Newsletter oder in einem anderen offiziellen Organ öffentlich für ein Bundesgesetz über die Gesundheit ausgesprochen.

 

Denknetz

Public Health Schweiz

Selbsthilfe Schweiz

swimsa –  Swiss Medical Students’ Association (PDF, 569 KB)

 

 

Dialog und Veranstaltungen

Hörenswert: Das Gesundheitsgesetz im «Morgen:Rapport»

Im Podcast «Morgen:Rapport» vom 20. August 2024 spricht Daniel Scheidegger, ehemaliger Präsident der SAMW, über die Idee, Gesundheit in einem Verfassungsartikel zu verankern und darauf basierend ein Bundesgesetz über die Gesundheit zu erarbeiten. Hier geht es zum «Morgen:Rapport».

 

 

Sehenswert: Webinar zum Bundesgesetz über die Gesundheit

Am Mittwoch, 25. Juni 2025, hat das Netzwerk «Smarter Health Care» ein Webinar durchgeführt zur Frage: Kann ein Bundesgesetz heilen, was unser Versorgungssystem seit Jahren plagt? Die knapp einstündige Veranstaltung kann nun online angeschaut werden. Es wird Französisch gesprochen, die Folien werden auf Deutsch eingeblendet. Webinar auf Youtube anschauen.

 

 

«Les Grands rendez-vous» von Unisanté

Auf Einladung von Unisanté Lausanne hat SAMW-Präsident Arnaud Perrier im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Les Grands rendez-vous» am 4. November 2025 die Idee eines Bundesgesetzes über die Gesundheit vorgestellt. In diesem Zusammenhang ist ein kurzer Videoclip entstanden, der in wenigen Sätzen erklärt, warum die SAMW überzeugt ist, dass die Schweiz ein solches Gesetz und einen Verfassungsartikel zur Gesundheit braucht. Video anschauen (auf Französisch).

 

 

Diskussion im Rahmen von «Careum impuls»

Auf Einladung der Stiftung Careum fand am 9. Januar 2025 eine Impulsveranstaltung statt, bei der die Vor- und Nachteile eines solchen Gesetzes diskutiert wurden. An der Veranstaltung nahmen Vertreter:innen verschiedener Interessengruppen des Gesundheitssystems – Politik, Wirtschaft, Bildung, Leistungserbringer, Patientinnen und Patienten – teil, um über die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels und mögliche Vorgehensweisen zu diskutieren. Lesen Sie im Bericht, welche Argumente die Teilnehmenden vorbrachten. Mehr zur Veranstaltung sowie weiterführende Dokumente finden Sie auf der Website von Careum.

 

Neue Förderinitiative: Für eine gemeinsame Gesundheit

Die Fondation Leenaards hat 2026 eine neue Förderinitiative lanciert: «Für eine gemeinsame Gesundheit». Zum Auftakt war Präsident Arnaud Perrier eingeladen, zur Frage «Gesundheits- oder Pflegesystem? Die Schweiz am Wendepunkt» zu referieren. Arnaud Perrier zeigte in seinem Beitrag zuerst die Schwächen des Schweizer Systems im internationalen Vergleich auf. Dann erklärte er, weshalb ein Bundesgesetz über die Gesundheit notwendig ist und wie sich die SAMW für diese Idee einsetzt. Schauen Sie das Referat (auf Französisch) auf Vimeo an.

 

 

 

 

 

KONTAKT

lic. phil. Valérie Clerc
Generalsekretärin
Tel. +41 31 306 92 71